Männerschwund: Fehlende Initiierung

Ein Wort, das ich schon an einigen Stellen benutzt habe, jedoch noch nicht tiefer erläutert habe, ist der Terminus der Initiierung zu einem Mann.

Kaum ein anderer Begriff auf dieser Erde hat so viele unterschiedliche Definitionen erhalten. Die Definitionsgeber ziehen sich von Klanen über Staaten bis hin zu Religionen. Und immer beinhaltete die Mannwerdung auch ein Initiierungsritual. Diese Aufgabe, welche die Jungen zu Männern machen soll, musste ihnen etwas abverlangen, was weit über ihre Komfortzone hinausgeht. Askese, Schmerzen jenseits von Gut und Böse, alleine auf die Jagd gehen und anspruchsvolle spirituelle Rituale sind ein paar Beispiele solcher Männerinitiierungen.

Ein Junge der das erwachsene Alter erreicht, soll lernen, den warmen und weichen Mutterschoß zu verlassen und Verantwortung für sich, sein Leben und seine Leute zu übernehmen. Er muss begreifen, dass Mannsein ständiges persönliches Wachstum bedarf, um irgendwann die beste Version seiner selbst zu werden.

Hierbei behalf man sich vieler verschiedener Rituale in der Vergangenheit. Der Junge soll über sich selbst hinauswachsen und in so manch einer Gemeinschaft auf brutalste Art erfahren, was selbstständig leben, Verantwortung übernehmen und eine Familie aufbauen bedeuten.

Der Westen

Bei uns in den westlichen Länder hier in Europa, gibt es solche Rituale nicht mehr, da man sie für obsolet und gefährlich hielt. Auch in Anbetracht der steigenden Anzahl an Helikoptereltern, wird es unmöglich sein, überhaupt die Kinder von heute die Welt erkunden zu lassen. Sie müssen ja vor allem und jedem geschützt werden. Und dies sogar in einem Alter, wo sie sich eigentlich von den Eltern abkapseln sollten.

In Amerika ist dieser Hüterwahn von Eltern mittlerweile so extrem, dass die Polizei gerufen wird, wenn die Kindern draußen alleine spielen. Auch Kindertagesstätten werden mittlerweile mit Videokameras ausgestattet, welche von den Eltern extern gesichtet werden können. Und wer glaubt, dass sei weit weg, den muss ich enttäuschen; denn Trends aus den USA kommen ungefähr mit 5 bis 10 Jahren Verspätung auch in Deutschland an. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Amerikas liberale Gesellschaft das große Vorbild für Deutschlands sein soll.

Ich selber lebe in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens. Auch hier beobachte ich seit einigen Jahren, dass immer mehr Eltern ihre Kinder persönlich, sowohl bei Regen als auch bei strahlendem Sonnenschein, mit dem Auto bringen.

Vor Kurzem ist noch ein recht neuer Begriff aufgetaucht, welcher sich Rasenmäher-Eltern schimpft. Diese ebnen wie ein Rasenmäher den Kindern den Weg, damit diese keine Hindernisse, keine Konflikte und erst recht keine Enttäuschung erfahren.

Das Resultat wird am Ende eine Generation sein, die antriebslos, motivationslos, schwach, degeneriert und unfähig sein wird, Hindernisse zu überwinden und Konflikte zu lösen.

Die Heilung

Man kann sich bei diesem Trauerspiel höchstens noch mit dem Gedanken befriedigen, dass wir hierzulande noch keine amerikanischen Verhältnisse haben. Jedoch entstand auch in Amerika eine Gegenbewegung, welcher immer mehr wächst. Gemeinhin wird sie die Manosphere genannt. Bekannt geworden ist diese in einem breiteren Publikum durch die Buchreihe »The Rational Male« von Rollo Tomassi, welcher als einer der Begründer der Manosphere gilt. Leider sind diese Bücher nur auf Englisch verfügbar, was wiederum das Publikum auf deutschem Boden doch sehr eingrenzt.

Die Manosphere befasst sich seit einigen Jahren mit den Themen Feminismus, seine Wirkung auf die Gesellschaft und der allgemeinen Verweichlichung des männlichen Geschlechtes wie auch der Heilung. Das Ziel: Echte, naturgemäße Maskulinität wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen und die dafür kommenden Generationen ausbilden. Die bevorzugten Medien sind hier Blogs und YouTube-Kanäle. Die folgende Liste bietet eine kleine Auswahl:

Alle der drei vorgestellten widmen sich mit teils unterschiedlichen Schwerpunkten den Themen der Aufklärung und Bildung einer maskulinen Gegenöffentlichkeit. Jedoch muss man der englischen Sprache mächtig sein.

Die Zeit ist da, dass die ersten der wohlbehüteten Generation, das Erwachsenenalter überschreiten. Irgendwann kommen sie zwangsläufig an einen Punkt, wo sie in der Sackgasse sitzen. Genau hier wird dann imaginär ein Morpheus sitzen und die Frage stellen, ob man die Blaue Pille oder die Rote Pille schluckt. Und desto früher der Punkt kommt, desto besser. Für mich war es sowohl ein Segen, mit Anfang 20 aufgewacht, als auch, dass ich mich neu orientieren konnte – was auch einigen verwehrt bleiben dürfte.

Und genauso wird es noch einige Generationen so weiter gehen, dass es Individuen gibt, welche sich aus der Matrix der Masse abkuppeln und sich neu orientieren müssen, um ihr Leben wieder in eine geordnete Bahn zu leiten. Wichtig ist, dass diese Menschen abgeholt werden und man ihnen zeigt, was es bedeutet ein Mann zu sein, was seine Natur ist und wie man mit dem anderen Geschlecht und die damit einherkommende sexuelle Energie am besten umgeht.

Tatsächlich ist meine Generation die letzte, welche noch den Mut zum Experimentieren aufbringen kann. Die, die nach mir kommen, haben teils schon vergessen, was echter Mut ist und wie man ihn trainiert. Komfort ist etwas, das man nur ungerne opfert. Aber es war schon immer notwendig. Der Sprung ins kalte Wasser ist unvermeidbar.

Nur auf diese Weise wird man irgendwann ein reifer Mann sein.

Euer PretoX

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