Männerschwund: Die verlorene Generation

Im vorigen Beitrag dieser Reihe habe ich versucht das Thema Männlichkeit genauer zu definieren und deklarierte vier Tugenden, welche einen guten Mann ausmachen: Kraft, Mut, Kompetenz und Ehre. Heute scheinen diese beinahe obsolet und aus der Mitte der Gesellschaft verschwunden zu sein.

Dieser Beitrag soll klären, wie es dazu kommen konnte. Anfangen kann man nach dem zweiten Weltkrieg. Kaum ein Land erlitt solch massive Verluste und Schäden wie Deutschland. Obendrauf hatten wir auch noch mit dem Nationalsozialismus zu tun, welcher unserer Volksseele ebenfalls massiv zusetzte. Das 20. Jahrhundert verlief für uns Deutsche alles andere als rosig.

Und eine Volksseele ist immer dann schwer verwundet, wenn es die Seelen derer, die es tragen, auch sind. Hier sind zwei Generationen besonders relevant: die Kriegskinder und die Kriegsenkel.

Die Kriegskinder

So nennt man jene Generationen, welche den Krieg als kleine Kinder am eigenen Leibe zu spüren bekamen und nicht selten schwere Wunden in ihren Seelen davon trugen. Manche von ihnen entwickelten auch, je nach Intensität des Erlebten eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese Erlebnisse härteten sie dermaßen aus, dass sie emotional kalt wurden, behielten diese Kälte auch nach dem Krieg bei und zogen damit auch die nachfolgenden Generationen, die sogenannten Kriegsenkel auf.

Die Kriegsenkel

Sie sind die erste Generation, welche mit dem Krieg und dem Nationalsozialismus nichts mehr zu tun hatten, da sie weit nach 1945 geboren wurden. Sie sind jedoch die Leidtragenden des Traumas ihrer Eltern, den Kriegskindern.

Die Gefühle der Eltern sollten stets aus einer Position der Fülle kommen. Dies gibt den Kindern in ihren frühen Jahren die emotionale Sicherheit, welche sie benötigen, um später ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und souverän auf eigenen Beinen zu stehen.

Genau dies kann man beim Typus Kriegsenkel oder auch Babyboomer genannt nicht beobachten. Sie benehmen sich selbst im stattlichen Alter noch teils wie kleine Kinder. Wie bereits im vorigen Kapitel angedeutet, wurden die Traumata ihrer Eltern auf sie übertragen. Dies lässt viele nach dem Wunsch streben, es »wieder gut machen« zu wollen. Einige dieser Menschen entwickeln aus dieser Leere in ihrem Inneren einen starken Antrieb zum Karriere machen. Dies nur um etwas retten, was schon vor ihrer Geburt verloren war. Typisch für diesen Typ Babyboomer ist, dass sie keine eigene Familie haben und dazu neigen, sich in die Depression zu arbeiten – auf englischen würde man sie Workaholics nennen.

Und während die einen Karriere machen, brechen wiederum andere unter der Last und entwickeln in vielen Fällen ein introvertiertes Hobbykeller-Leben. Diese emotionale Abwesenheit und Distanzhaltung erhalten sie sogar aufrecht, wenn sie selbst Eltern sind. Infolgedessen gibt es heute ganze Generationen von jungen Männern, welche von ihrem männlichen Kern psychisch getrennt wurden. Einige schaffen es mit eine Menge Disziplin und Zielstrebigkeit sich daraus zu befreien. Sehr viele jedoch werden irgendwann blackpilled (= verlieren jeden Mut und jede Hoffnung) und geben auf.

Beide Typen der Kriegsenkel-Generationen sind sich aber in einem gleich. Keiner der beiden wurde je auf psychischer Ebene erwachsen. Ihre Gefühle entstammen nicht einer inneren Fülle, sondern einer inneren Leere. Dies lässt sich an schneller Aufgebraustheit und schlechtem Egobewusstsein erkennen. Dies kommt dann zum Vorschein, wenn besagter Typ seine Verantwortung versucht auf andere abzuschieben. Sehr häufig zu sehen ist dies heute in der Politik. Aber auch leider in der außenparlamentarischen Opposition: Man möge sich einfach mal die degenerierten Boomer-Demonstrationen zu Gemüte führen, welche letztlich zu nichts führen und man sich nur unnötig zur Zielscheibe für Antifa und Co. macht.

Fazit

Durch diese Konstellation konnte auch niemand der jungen Generation heute beibringen, was es heißt ein erwachsener Mann oder eine erwachsene Frau zu sein. Dies ist eine der Faktoren, warum viele Menschen sich heute wieder auf die Suche begeben sowie dem Wort Erwachsensein eine Definition geben müssen. Und dies sollte nicht alleine dem Ziel dienen, nur die beste Version seiner Selbst zu erschaffen, sondern auch seinen eigenen Kindern später wieder ein gutes Vorbild sein zu können.

Ein sehr zu empfehlendes Buch an dieser Stelle sei »Die Wiedergutmacher« von Raymond Unger, welcher in diesem seine eigene Generation, die Babyboomer, in einem kritischen Bezug auf transgenerationale Traumata der vergangenen Zeiten betrachtet.

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