4 moderne binäre Bedrohungen

Hallo Kameraden,

schon sehr lange habe ich kein Video mehr zum Thema Cyberkrieg erstellt. Aus gegebenen Anlass, da ich mich in letzter Zeit wieder viel mit digitalen Bedrohungen beschäftige, wollte ich erneut mein Wissen mit der Gemeinschaft teilen, da die meisten die genau dieses Video sehen, keine Grünschnäbel im Onlineaktivismus sind. Jedoch möchte ich diesen Beitrag nicht speziell für diese Gruppe auslegen, sondern ihn an alle Internetnutzer im deutschen Sprachraum richten.

Besprechen möchte ich heute 4 digitale Bedrohungen, welche uns jetzt schon durch unsere digitale Existenz verfolgen:

  • Datensammelwut,
  • Künstliche Intelligenz,
  • Zensur und Überwachung,
  • und zuguterletzt, menschliches Versagen.

Datensammelwut

Der Gesetzesentwurf, welcher eine Initialzündung von Seiten des deutschen Staates hinlegte, war der des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes unseres Lieblingspolitikers Klein-Heiko, welcher der Meinung war, dass im Internet zu viel Hassrede und Hetze verbreitet wird, weswegen man gesetzlich aktiv werden musste. Heraus kam ein Gesetz jenseits von gut und böse, welches sogar unser Recht auf Meinungsfreiheit in Frage stellt. Auch wenn der Super-GAU noch auf sich warten lässt, der Grundriss steht. Sollte ein sogenannter Hasskommentar – was auch immer das genau ist – nicht innerhalb von 24 Stunden von der jeweiligen Plattform verschwunden sein, drohen Unternehmen Bußgelder in Höhe von bis zu 50 Mio. Euro.

Außerdem darf in Verdachtsfällen auch ohne richterliche Anordnung aus der Quellentelekommunikationsüberwachung Gebrauch gemacht werden. Dies bedeutet, man wird Deine ganzen Endgeräte mit einem Trojaner ausstatten und jede Aktivität aufzeichnen und »nach Hause telefonieren«. Dies ist ein Anlass für mich keinem Windows oder Mac meine wichtigen Daten anzuvertrauen.

Auch äußerten schon die Justizminister, sie möchten, dass 5G nicht zu sicher gemacht wird, um im Bedarfsfall hacken zu können. Tja, schade, dass sie nicht die einzigen sein werden, welche gerne hacken, sondern auch der kriminelle schwarzköpfige Untergrund. Sie, die westlichen Regierungen und riesigen Technologiekonzerne wollen Daten – und davon so viele wie möglich.

Ein weiteres für mich an dieser Stelle nennenswertes Ereignis sind die Veröffentlichungen von Edward Snowden, welcher bis zu seinem Seitenwechsel bei der NSA in einem Rechenzentrum angestellt war und ein bisschen zu tief bohrte. Ich hoffe doch sehr das die Namen Prism und Tempora euch noch ein Begriff sind.

Daten sind das neue Gold. Wer über sie verfügt, verfügt über Wissen sowie Macht. Und diese Daten wiederum werden heute zum Verkauf angeboten. Heute ist der Dschungel so riesig, dass man sagen muss: sobald die Daten das eigene Netz verlassen, verlieren wir die Kontrolle über sie. Man sollte sich bewusst sein, wenn man Dateien z.B. im Google Drive hochlädt, verfügt Google über diese Daten. Man kann zwar nicht sehen, wie Google daraus Profit schlägt, aber man sollte sich die Frage immer stellen: Möchte ich, dass Google, Facebook und Twitter darüber Bescheid wissen?

Künstliche Intelligenz

Die nächste Stufe der Datensammelwut: die künstliche Intelligenz. Die Datenmengen, welche in so manch einem Rechenzentrum dieser Welt gespeichert sind rechnet man schon nicht mehr in Tera– oder Petabyte. Diese Datenmengen werden schon lange nicht mehr von Menschen, sondern von den Computern einsortiert und bewertet – und dies in unvorstellbar hohen Geschwindigkeiten. Die nächste Stufe, die jetzt implementiert wird, ist die des autonomen Lernens, so, dass kein menschliches Eingreifen mehr von Nöten ist. Und selbstverständlich benötigt eine KI Daten um zu lernen.

So ringen heute die großen Datensammler regelrecht um die Daten, denn wer sie alle hat, hat die Kontrolle und den Markt vollständig eingenommen – Raubtierkapitalismus sei Dank.

Wenn es um das Thema der künstlichen Intelligenz geht, so denke ich, ist bereits Hopfen und Malz verloren, ob wir dort irgendetwas zu unserem Gunsten haben werden; denn auf der einen Seite brauchen die Technologiekonzerne unsere Daten als Futter für ihre Maschinen und auf der anderen Seite sollen sie unser Leben in einem Grade einfach machen, dass wir Menschen jedwede Autonomie verlieren werden.

Dazu kommt der Trend, dass immer mehr Menschen sich die smarte Technologie implantieren lassen und dies in Schweden sogar auch noch groß zelebriert wird. Die Frage wird nur sein, wann sich die meisten Menschen auch noch das Gehirn vernetzen lassen, wenn es soweit ist. An diesem Punkt ist jedwede menschliche Souveränität ad absurdum geführt. Erste Quellen munkeln von 2030. Die wundert mich nicht, da immerhin die Kurve der technologischen Errungenschaften, wie auch ihre Implementierung in den Markt in einer Exponentialfunktion verläuft.

Die Anzahl der aufkommenden personenbezogenen Daten wird in den kommenden Jahren noch exponentiell ansteigen, welche dann wiederum als Futter für KIs dienen, die die Daten für die Unternehmen dahinter marktreif verarbeitet und diese dann an Versicherungen und sonstige Gesellschaften vertreibt – und die Nachfrage ist da!

Zensur und Überwachung

Hier spielen die beiden vorhin erwähnten Bedrohungen mit ein. Es ist kein Geheimnis, dass im Internet, besonders in den sozialen Medien, sehr viel zensiert wird. Ganz besonders, was den werten Herren aus dem Silicon Valley nicht ins Weltbild passt. Aber auch Regierung möchten mit Hilfe von Gesetzen, wie dem NetzDG, auf diese Riesenkonzerne einwirken. Die Folge speziell beim NetzDG: Unser Recht auf Meinungsfreiheit wird seitdem von sozialen Medien verwaltet. Und dank hoher Strafsummen wird lieber mehr zensiert, als zu wenig.

Dies macht sich immer wieder durch das Löschen unliebsamer Meinungen bemerkbar. Auch wenn ich gerade in der rechten Szene keine große Löschwelle vernehme, heißt es nicht, dass es morgen zu einer kommen wird. Dies stellt den Teil der aktiven Zensur durch den direkten Eingriff der Plattformbetreiber dar.

Eine sehr viel unsichtbarere Methode der Zensur jedoch verbirgt sich in Personalisierungsalgorithmen von z.B. Suchmaschinen, wie Google. Dabei sammeln sie alle Daten über Deine persönlichen Interessen und was Du gerne suchst und fertigen extra nur für Dich ein Profil mit Deinen Vorlieben an. Die Folge: Du wirst ganz automatisch einer Filterblase zugeordnet, was bedeutet, dass Du hauptsächlich Nachrichten, Webinhalte, Bilder und Videos aus dieser oder verwandten Filterblasen erhältst.

Sehr viele Menschen sind sich dieser Algorithmen nicht bewusst und wie sie ihr Leben beeinflussen. Daraus entsteht ein Problem, was wir sehr schön im Streit zwischen politisch linken und rechten Kräften beobachten können. Beide Milieus haben ihre Medien, ihre Sicht, ihre Blogs, Verlage und Bücher. Das Problem: Durch ihre eigenen Medien werden Linke sehr häufig gegen das Rechte aufgescheucht. Und auf der anderen Seite spiegelt sich die Wut dann wieder. Und dann kommt zumeist aus dem linken Spektrum wieder Unverständnis über die Reaktion aus dem rechten Lager. Dies kann aber auch in die umgekehrte Richtung funktionieren.

Und dies gilt nicht nur für die beiden politisch gespaltenen Lager, sondern auch für sämtliche gegensätzliche Szenen. Ich selbst bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass eine objektive Berichterstattung nicht existieren kann, da der Mensch nicht in der Lage ist, diese Welt objektiv zu sehen, sondern das Wahrgenommene immer subjektiv interpretiert.

Seitdem ich zu dieser Kenntnis gelangt bin, lese ich neben meinen bevorzugten rechten, konservativen Medien auch linke Medien und mache mir aus beidem ein Gesamtbild. Fakt ist: Es gibt politische Felder, wo die Linken besser aufgestellt sind, wie in Digitalpolitik, und in anderen sind wir Rechten besser aufgestellt, wie in der Migrations- und Asylpolitik. Primär unterscheiden wir uns von den Linken in dem Punkt, dass wir keine Erfüllung in der Internationalisierung und Verfall der eigenen Kultur, sondern gerade im Erhalt der Nationalstaaten, unserer Kultur und Traditionen finden.

Und somit gehe ich gleich zum letzten Punkt über, den man heute unendlich breit fächern könnte.

Menschliches Versagen

Fakt ist, dass zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte wir uns an einem Punkt wie dem heutigen befanden und deswegen alleine schon in die Geschichte eingehen werden.

In den letzten Jahrzehnten machten wir Durchbrüche in der Technik, wie sie vor hunderten von Jahren nicht einmal denkbar waren. Und heute fliegen uns die Neuerungen nur so um die Ohren und immer neue Probleme tun sich auf. Der deutsche Staat, wie auch viele andere hier in Europa, haben sich in den letzten Jahrzehnten zu größenwahnsinnigen Bürokratiemonstern entwickelt, welche nur sehr schwer veränderbar sind. Demnach halten diese beim derzeitigen Technik-Wachstum nicht mit. Sie werden überholt und schaffen es nur Symptome zu bekämpfen. Dies endet gerne mal in Katastrophen, wie DE-Mail.

Nicht nur die politische Klasse, sondern auch sehr viele andere Menschen da draußen zeigen kaum Interesse an dieser Problematik. Gerade junge Menschen neigen dazu, alles online zu stellen, und wundern sich dann, wenn jemand – ohne sie zu hacken wohlgemerkt – ihnen zeigt, wie sie leben, was sie essen, wo sie joggen, wer ihr Lebensgefährte und was dieser so für Interessen hat usw. Also ist auch hier das Bewusstsein über die eigenen Daten und die Macht die andere über einen damit haben können nur sehr schwach ausgeprägt.

Stattdessen sehen wir immer wieder Bilder von Menschen die es nicht abwarten können, als einer der ersten das neue iPhone in den Händen zu halten. Generell empfehle ich auf dem Handy nur das zu installieren, was lediglich für Kommunikation benötigt wird. Alles andere sind Daten über die ihr nicht in euren kühnsten Träumen die Kontrolle habt. Ich rede hierbei von lokalen Daten auf dem Endgerät, wo nicht genau klar ist, was die jeweiligen Apps sonst noch so machen, wie etwa Genannte an den Anbieter der App zu schicken, welcher diese dann wiederum verarbeitet.

Um es zusammenzufassen, haben viel zu viele Menschen überhaupt kein Gefühl für solche Themen, welche beinahe wie aus dem Nichts ins Diesseits katapultiert wurden. Das Volk war und ist noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen, wo wir uns mit riesigen Schritten hinbewegen. Auch in vielen Schulen in Deutschland findet nur mangelhafter, bis ungenügender Informatikunterricht statt. Ich habe zu meiner Schulzeit lediglich den Umgang mit MS Office gelernt, primär Excel, sonst nichts.

Unter einem richtigen Informatikunterricht interpretiere ich, dass den Schülern der richtige Umgang mit der Technik vermittelt wird, sowie, dass die mediale Kompetenz der Schüler gefördert wird, besonders bei sozialen Medien.

Bei ersterem plädiere ich auf den Einsatz von Minicomputern, wie dem RaspberryPi, auf welchem die Schüler Basiskenntnisse über die Programmierung auf eine wirklich kreative Art erwerben. Letzteres halte ich für wichtig, weil die sozialen Medien Benzin für Phänomene, wie Cybermobbing, sind und ein verantwortungsvoller Umgang damit geübt werden sollte.

Das Problem: Ein Wandel im Bildungssystem, wie ich ihn vorschlage, findet in keinster Weise statt. Es wird höchstens beschlossen in neue Computer und Laptops zu investieren, was das Problem Informatikunterricht keineswegs löst. Generell mangelt es in unserem Bildungssystem an Geldern, welche an anderen Stellen teilweise zum Fenster hinausgeworfen werden – aber das ist ein anderes Thema. Dadurch gibt es dann auch keine entsprechend geschulten Lehrkräfte.

Hier wiederum die Folge, dass das Loch, wo digital kompetente Menschen sein müssten, nicht gestopft wird und Probleme, wie SocialMedia-Sucht, generelle Internetabhängigkeit und die »dümmsten, anzunehmenden User« (kurz DAU), immer verstärkter auftreten werden. Kombinier dies mit den Faktoren der aufkommenden künstlichen Intelligenz, wie auch der Datensammelwut und ihr versteht, woher der Wind bereits weht.

Die Menschheit lässt sich von einer Technik freiwillig versklaven, die sie nicht versteht; aber nur wenigen gehört und widerstandslos zu deren Marionetten wird.

Wenn man dies so liest, könnte der aufmerksame Zuhörer glatt den Eindruck erhalten, ich sei gegen das Internet. Nein! Das Internet ist ein großartiger Ort, den man kennenlernen sollte. Er hat sehr viele Facetten. Jedoch auch solche, welche psychische Schwächen der Menschen ausnutzt und gegen sie verwendet. Soziale Medien können zu Fallen werden, aber man kann dort wiederum gut den Kontakt zu ausländischen Bekannten und Freunden halten, oder auch sollten diese weiter weggezogen sein. Die Art der Benutzung macht es.

Um diesen Beitrag zu einem fruchtbaren Schluss zu führen, möchte ich an jeden Zuschauer appellieren, zu hinterfragen, welche personenbezogenen Daten von ihm in welchen Netzwerken herumschwirren, und ob Du in diesem Falle damit einverstanden bist. Dies zunächst, um die Oberfläche anzukratzen, denn diese Thematik geht noch tiefer bis hin zu Browsercookies, die jede Internetaktivität aufzeichnen und ihren Entwicklern zusenden.

Im Quellenverzeichnis dieses Beitrages auf meinen Blog findet ihr noch weiterführende Links zu noch mehr Informationen. Fakt ist, dass sich am Bewusstsein für Überwachung, Datensammelwut und künstliche Intelligenz etwas ändern muss.

Bis hierhin, vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Euer PretoX

Quellen

Vorlage

Matrix Programmierung Code – Kostenloses Video auf Pixabay

Musik

Doug Maxwell/Media Right Productions – Landing On a Dark Planet

Titelbild

pixabay.com

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