Standhaftigkeit

Eine Eigenschaft, welche ich in Menschen sehr schätze ist Standhaftigkeit: die Fertigkeit auf den eigenen Beinen zu stehen, sich selbst behaupten zu können und die eigenen Meinungen und Ansichten verteidigen zu können.

Jedoch ist sie auch eine der Eigenschaften, welche ich heute in den Menschen am meisten vermisse. Gerade die Generation unter mir, welche jetzt die nächste Zeit 20 Jahre alt wird oder daraufzusteuert, ist diese Fähigkeit gar nicht mehr verbreitet: Sie fangen Dinge an, bringen sie jedoch in nur wenigen Fällen wirklich zu Ende. Der Punkt, an dem man sich gegenüber sich selbst verpflichtet, wird erreicht – jedoch nie überwunden.

Es gibt eine Sache, welche genau diese Fähigkeit blockiert: der heutige Massenkonsum, vieles auf Knopfdruck verfügbar. So etwa – bei uns Männern sehr verbreitet – mit sexueller Reizung über das Internet. Im Artikel NoFap funktioniert ging ich bereits auf dieses Thema ein, beginne aber jetzt gerade erst die Tiefe dieses Themas zu verstehen, als ich just vor ein paar Tagen einen Rückfall hatte.

Doch dieser war notwendig, da ich mir selbst in der Zeit einige Blockaden im Gehirn installiert hatte, welche ich unbedingt lösen musste. Ich wollte unbedingt die 90 Tage durchhalten – ohne wenn und aber. Jedoch versperrte ich mir auch die Möglichkeit, diese Energie transmutieren zu lassen, sprich sie zur Hilfe zur Umsetzung meiner Ziele zu nutzen. Stattdessen habe ich sie versucht zurückzuhalten, was bei einem der stärksten natürlichen Triebe mehr als nur ein Trugschluss ist dazu in der Lage zu sein.

Wie ihr aus den oberen Zeilen erkennen könnt, gehören wie immer auch Niederlagen zum Spiel dazu. Die Frage ist auch: Wie geht man damit um? Ich sehe sie als Lektion an, aus welcher man eine Menge mitnehmen kann, dass man in Zukunft nicht wieder am selben Punkt steht.

Außerdem führt der Duden den Begriff Durchhaltevermögen als Synonym. Jedoch interpretiere ich Standhaftigkeit als eigenes Genre, da sie für mich deklariert, dass dieser Mensch auch ohne die Hilfe anderer stabil auf seinen zwei Beinen stehen kann und seine Ziele konsequent verfolgt und aus Niederlagen lernt, statt sie als persönliches Versagen zu werten.

Alles was von außen kommt ist vergänglich. Der Einzige, der bleibt, bist Du.

Und dazu zählt alles und jeder, welcher in Dein Leben kommt: jeder Freund, jeder Feind, jede Niederlage, jeder Erfolg. Alles ist nur vorübergehend. In letzter Konsequenz ist jeder von uns sich selbst der nächste – selbst wenn diese Worte auf den ein oder anderen hart wirken mögen.

Also werfe ich jetzt einfach mal die Frage in den Raum: Sollten wir dann nicht großartig für uns selber werden?

Freunde können wegziehen, sich gegen Dich wenden und zu Feinden werden, versterben; und bleiben wirst Du allein. Von diesem Standpunkt betrachtet, ist mir schleierhaft, warum so viele Menschen mehr für ihre Freunde oder ihre Lebensgefährten tun, als für sich selbst, wenn wir uns selbst doch am nächsten stehen.

Mit dem was wir tun, wofür jeder einzelne von lebt, ziehen wir die richigen Menschen in unser Leben. Jeder Mensch der in unser Leben kommt, kommt nicht ohne Grund, sondern er wird vielleicht ein Bekannter, vielleicht ein guter Freund, oder aber auch unser schlimmster Erzrivale, welcher noch einen ganzen Satz an Lektionen für uns bereit hält.

Durchhalten

In jüngster Zeit habe ich mich auch ersteinmal wieder dazu entschieden im Alleinsein zu leben, da ich nur dort sicher stellen kann, dass ich mein Leben so leben kann, wie ich es für richtig erachte. Mit anderen Worten: Momentan halte ich Menschen, denen ich früher einst nahe stand auf Distanz, da sie mich unbewusst negativ bei meinem jetzigen Wege beeinflussen würden. Außerdem ermöglichte und ermöglicht mir diese Zeit mich intensiv mit mir, meiner Bestimmung und meinen Dämonen zu beschäftigen.

Letztendlich möchte ich als Resultat einen souveränen Menschen aus mir machen, welcher nicht mit der Masse schwimmt, sondern seinen eigenen Weg geht und dieser Gesellschaft einen Mehrwert zu bieten hat.

Euer PretoX


Titelbildquelle: pixabay.com

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